Moriskentänzer
Historische Tanzfiguren treffen auf die reale Klangwelt der Gegenwart – zwischen Rekonstruktion, Metamorphose und lebendigem Dialog.
Die „Moriska“ kam aus Nordafrika. Im 15. Jahrhundert eroberte sie mit Capriolen und Luftsprüngen die Plätze Europas. Doch auf ihrem Weg von Spanien nach Mitteleuropa verwandelte sie sich: Aus dem Schwertertanz zwischen Mauren und Christen wurde ein Tanz um die schöne Maid.
In England tanzte man den „Morris Dance“ mit dem Steckenpferd, in München schnitzte Erasmus Grasser um 1480 jene wilden Gestalten, die bis heute springen.
Im Festival treten die rekonstruierten Tänze nicht als historisches Zitat auf, sondern in einen lebendigen Dialog: Der Tanz, der einst das „Andere“ darstellte, begegnet der realen Klangwelt der Gnawa. Die Metamorphose geht weiter.